Trikotgeschichte

Historie Bikepark

Charakter

Jeder kann hier fahren! Nach diesem Motto ist der Bikepark Gomaringen angelegtworden. Auf dem 1,2 Hektar großen Gelände befinden sich Strecken, Trails undHindernisse für jegliche Bedürfnisse von Mountainbikern. Anfänger können sich andas Fahrgefühl ihres Fahrrads gewöhnen, genauso wie für professionelle Fahrerneue Herausforderungen warten.
Die Basis hierfür stellt die 560 m lange 4-Cross Strecke mit ihren zahlreichenSprüngen und Steilkurven dar, auf der vier Fahrer Platz haben um gegeneinanderanzutreten. Sie ist ebenfalls ein Teil der umlaufenden Cross Country Strecke, die sichdurch das gesamte Gelände zieht und von steilen Anstiegen bis zu technischschwierigen Abfahrten alles bietet, was man für diese Wettkampfform benötigt. Aufdem Rest der Fläche verteilt befinden sich zwei Dirt Jump Linien, sowie verschiedeneSegmente aus Holz, auf denen sich jeder Mountainbiker nach Belieben austoben,wilde Sprünge und Tricks ausüben oder einfach nur Spaß haben kann. Einfache,kurze Übungssektionen bieten besonders Einsteigern und Kindern die Möglichkeit,sich an diese Art des Radfahrens heranzutasten. So kommt auf dem Bikepark inGomaringen jeder auf seine Kosten, ob es nun Familien mit Kindern, Biker die ihreFahrtechnik verbessern wollen oder echte Freaks der Szene sind.Dem Ganzen wurde ein parkartiges Gewand verpasst, mit einem kleinen Teich,vielen Grünflächen und einer Grillstelle. Für kleinere Veranstaltungen und dentäglichen Betrieb sind eine Hütte mit Sitzmöglichkeiten und sanitäre Anlagenentstanden.

Entstehung

Die eigentliche Idee hinter dem Bikepark Gomaringen war es, ein Trainingsgeländefür Mountainbiker zu schaffen, auf dem sie ihre Fahrtechnik in einem möglichstkompakten und effizienten Rahmen verbessern können. Die Cross CountryMountainbiker des Team-Steinlach-Wiesaz waren in der hierfür üblichenTrainingumgebung, dem Wald rund um die schwäbische Alb, des öfteren anGrenzen topographischer wie auch rechtlicher Art gestoßen. So wurde 2003 bei derGemeinde Gomaringen nach einem Grundstück gefragt, auf dem man ein Geländeerrichten kann, welches die Anforderungen an jenes Training erfüllt und darüberhinaus noch weitere Facetten des Mountainbikesports am Ort möglich macht.Am Rand der Gemeinde im Gewand Birken fand sich eine großflächige Wiese, die ab2005 bebaut werden konnte. Begonnen wurde mit der Einbringung von circa 24.000Tonnen Erde, die aus verschiedenen Baugruben der Region stammte. Mit dem,durch den Verein eigens angeschafften Bagger und zahlreichen Mietgeräten derFirma Niklaus wurde diese Rohmasse dann, gemäß dem durch die Vereinsleitungerstellten Konzept und der Vorstellung der jugendlichen Mountainbiker, in Formgebracht. Ausreichend Drainagen zur Entwässerung wurden verlegt um die Anlagespäter auch bei schlechteren Wetterbedingungen nutzen zu können. Die teilweisesehr steilen Böschungen und Absätze wurden mit über 100 Tonnen Natursteinenabgefangen, um eine langfristige Nutzung zu garantieren. Alle nicht befahrenenFlächen wurden mit Rasen begrünt oder mit einer Schotterauflage zuVerkehrsflächen ausgebaut. Die Fahrbahnen wurden größtenteils geglättet und mit einer dünnenBrechsandauflage versehen, die von Zeit zu Zeit immer wieder aufgefrischt werdenkann. Als Materiallager dienen zwei in den Starthügel eingebaute Container, diegleichzeitig als Teil der Cross Country Strecke überfahrbar gemacht wurden. Dasletzte was noch vor der Eröffnung 2007 fertig gestellt wurde, waren ein sieben Meterlanger Wallride, eine leicht geneigte Holzwand, an der entlang gefahren werdenkann, und ein Holzsteg über den Teich.In den nächsten zwei Jahren, folgten noch weitere Holzkonstruktionen, die sogenannten North-Shore-Trails, schmale leiterartige Stege, verteilt auf dem ganzenAreal.Auf dem Südteil außerhalb des eigentlichen Bikeparks wurde ausschließlich für dasjährlich ausgetragene Cross-Country Rennen eine zusätzliche Passage in dieehemalige Deponie modelliert.

Nutzung

Der Bikepark Gomaringen könnte vielseitiger nicht genutzt werden als es zur Zeit derFall ist. Einen großen Teil machen die Trainingsgruppen des Mountainbike TeamSteinlach-Wiesaz aus, die sich treffen, um gemeinsam miteinander an ihrenFertigkeiten auf dem Rad zu arbeiten und Spaß am Sport zu haben. Bis zu 100Fahrer versammeln sich während den Trainings auf dem Park und werden von denverschiedenen Trainern in Fahrtechnik und Kondition unterrichtet. Ein weiterer Nutzerist die Mountainbike AG des Schulzentrum Steinlach-Wiesaz, die während derSommermonate einmal wöchentlich vorbeikommt und die Vorzüge des Bikeparks inAnspruch nimmt. Eben in dieser Mountainbike AG nahm alles seinen Ursprung, denndaraus entstand im Jahr 2000 das Team Steinlach-Wiesaz. Der Vorteil auf so einemkompakten Gelände zeigt sich darin, dass ein Trainer mit mehreren Sportlern oderSchülern gleichzeitig arbeiten kann, ohne, wie im freien Gelände, die Übersicht zuverlieren. Deshalb nutzen die umliegenden Schulen den Bikepark auch für ihrenSportunterricht und begeistern die Schüler für diese etwas andere Form desUnterrichts. Ortsansässige wie auch auswärtige Vereine, Gruppen und Firmen sindam Wochenende zu Gast, um zu trainieren oder einfach Neues undHerausforderndes zu erleben. Am Häufigsten anzutreffen sind jedoch die 4X - Fahrerund Dirtjumper aus dem eigenen Verein, die hier zwei mal wöchentlich ihre Art desSports mit waghalsigen Sprüngen und spektakulären Tricks zelebrieren. An denWochenenden ist die Anlage für die breite öffentlichkeit nutzbar und zahlreiche Biker,Familien und Ausflügler tummeln sich auf den verschiedenen Fahrbahnen undBeobachtungsposten. Nicht zuletzt reisen Extremsportler aus dem ganzensüddeutschen Raum an, um in Gomaringen zu trainieren und ihr Können zu zeigen.Für den vereinsfremden Jedermann ist das Befahren im Rahmen eines Probetrainingan den öffentlichen Terminen, immer sonntags, möglich. Allerdings muss für einewiederholte Benutzung aus versicherungstechnischen Gründen eineVereinsmitgliedschaft beantragt werden. Die jeweiligen Termine und ob die Witterungein Befahren der Bahnen zulässt ist immer aktuell auf der Bikepark Homepagenachzulesen. Der größte Trubel entsteht natürlich Ende September, wenn der RVGomaringen zum alljährlichen Bikepark Wochenende einlädt. Die dreitägigeVeranstaltung beinhaltet den Bike & Run Wettbewerb im Rahmen von Jugendtrainiert für Olympia, den internationalen Dirt Jump Contest und die Cross CountryWettbewerbe des Albgold Junior Cups.

Genehmigung

Für den Baubeginn war erst einmal nur die Zustimmung der Gemeinde Gomaringennotwendig. Das vom Gemeinderat vorgeschlagene Grundstück wurde vomRadfahrerverein für unbestimmte Zeit gepachtet und durfte mit geplanter Anlagebebaut werden. Als das Gelände Form angenommen hatte und die Eröffnungsfeiervollzogen war, wurden unter den Bürgern Bedenken geäußert über dieLärmbelastung während der jährlichen Veranstaltung und über die Gefahren für dieUmwelt. Es wurde beschlossen ob der Größe der Anlage und um einen langfristiggeregelten Betrieb, sowie einen genauen Rahmen für Veranstaltungen zugewährleisten, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. DiverseLärmschutzgutachten wurden erstellt und Testmessungen durchgeführt, gefolgt voneinem umfangreichen Umweltgutachten. Dieser langwierige Prozess hat denVereinsverantwortlichen einiges an Zeit und Nerven gekostet und diverse kommunalundlandespolitische Unruhe gestiftet.

Einsatz

Der wahre Wert des liebevoll geplanten und angelegten Bikeparks liegt wohl in derArbeitsleistung der Vereinsmitglieder und der Unterstützung der Sponsoren. EinProjekt das von Null auf angegangen wurde und erst einmal drei Jahre Vorarbeit beiKommune und Behörden und jede menge Planung und Sitzungen seitens der TeamundVereinsleitung bedurfte. Nach dem Baubeginn war es dann die Gemeinschaftder Vereinsmitglieder die mit jeder Menge Schweiß und Fleiß Stein auf Stein setzten,Erde bewegten, im Winter Holz machten, Maschinen bewegten, Schotter und Sandverteilten. Für einen kleinen Kreis von Personen stieg die Belastung zeitweise insUnermessliche. Mütter bekamen ihre Männer, Söhne und Töchter samstags seltenvor Einbruch der Dunkelheit zu Gesicht oder waren selbst mit am Werk. Studentenopferten ihre gesamten Semesterferien um das Vorhaben voran zu treiben.Jugendliche waren an den Wochenenden zu erschöpft, um abends noch auszugehenund ließen diverse Partys im Dienste des Vereins sausen. Die Dunkelheit liesmeistens nicht auf Feierabend hoffen, eher ging das Benzin im Tank desStromerzeugers für die Scheinwerfer zuneige. In den heißen Phasen wurden dieletzten Reserven mobilisiert und Freunde und Bekannte samt Werkzeug, Gerätenund Maschinen auf den Bau mitgebracht. Leute, die eigentlich überhaupt nichts mitdem Mountainbiken zu tun haben, ließen sich mitreißen und packten an. Ein ganzneues Wir aus bereits aktiven, neuen und schon verloren geglaubten Mitgliedernentstand in dieser Zeit. Viele Dinge, sei es das Wetter oder die Beschaffung vonBaumaterial, fügten sich günstig ein. Ein großes Zutun hatte natürlich die FirmaNiklaus Baugeräte, ohne deren Unterstützung mit Baumaschinen das ganzeVorhaben kläglich gescheitert wäre. Durch all diese Menschen konnte so etwasEinzigartiges und Wertvolles entstehen. Danke an alle!

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