Single-Trails in Nauders –oder wie man Eier richtig kocht.

Das Gebiet um den Reschensee gilt als Paradies für alle Trail-Fans. Davon konnten sich Bernd, Robert, Markus, Marcel und Kay von der Erwachsenen-Gruppe des RV Gomaringen vom 2. -5. Juli 2015 überzeugen.

Schon am ersten Tag ging es nach dem Frühstück um 9.00 Uhr mit der Bergkastel-Gondelbahn 700 hm nach oben um anschließend über den Plamort- und Bunkertrail zum Reschensee hinabzustürmen. Bei strahlendem Sonnenschein bestaunten wir die atemberaubende Berglandschaft mit Hochmooren sowie Panzersperren und Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg.

Direkt nach Ankunft am See brachte uns die Schöneben-Gondel wieder 600 hm höher um von dort über Fahr- und Schiebepassagen zur Haideralm zu gelangen. Durch den Tipp eines Ortskundigen fanden wir dort den „genialsten Trail der Region“: 4,5km geshapter Trail (angeblich S2) und 700 Tiefenmeter lagen vor uns. Nach mehreren Stürzen und anderen unfreiwilligen Absteigern kamen wir euphorisiert an der Talstation an. Also gleich nochmals nach oben um die Passagen zu wiederholen. Bei manchen lief es besser („jetzt kenne ich ja jeden Stein“) bei manchen schlechter („ich war schon nach der ersten Abfahrt platt“). Die restlichen 15 km mit Rückenwind nach Nauders, weitestgehend entlang des Sees, verliefen schnell und problemlos. Auch das selbstgekochte Abendessen fand ungeteilte Zustimmung.

Erst der andere Morgen mit den zu kochenden Frühstückseiern zeigte, dass es nicht nur beim Biken unterschiedliche Techniken und Einstellungen dazu gibt: werden Eier, geschuldet der größeren Höhe über dem Meeresspiegel, länger oder kürzer gekocht? Sollten die Eier hart oder noch etwas glibbrig sein? Und: lieber im Dampfbad, abgedeckt aber mit ausgeschalter Herdplatte oder im Wasser, permanent kochend und unabgedeckt zur gewünschten Konsistenz bringen?

Zum Glück fuhr um 9.00 die erste Bahn und wir mussten unsere Diskussion abbrechen. Auch am 2. Tag starteten wir mit der Bergkastel-Bahn, diesmal zusätzlich mit dem Etsch-Trail bis zum See. Von der Schöneben-Bergstation ging es heute direkt über den oberen und unteren Schöneben-Trail zurück zur Talstation und wieder nach oben. Mancher von uns nutzte die Bahnfahrt für das Mittagessen, so gierig war er nach dem nächsten Trail. Da wir aber in einer demokratisch organisierten Männergruppe unterwegs waren wurde nahe der Bergstation dann doch noch eine „richtige“ Mittagspause mit alkoholfreiem Weizen eingelegt. Gestärkt fuhren wir den oberen Schöneben-Trail um dann abzubiegen und 200 hm zur Reschen-Alm hinauf zu pedalieren. Von da an ging es über traumhafte Wanderwege über liebliche Alpenmatten, riesige Hochmoore, romantische Stege und sausteile Natursteintreppen zum Grünsee. Zwischen Grün- und Schwarzsee überquerten wir einen schier endlosen Wurzelteppich, um anschließend die dunklen Fluten des Schwarzsees zu queren (oder zumindest sich kurz abzukühlen). Bis zur Talstation der Mutzkopf-Bahn war es nicht mehr weit. Die abwechslungsreichen Trails am Mutzkopf (Green-Trail, Gerry-Trail, Kreuzmoos-Trail) beeindruckten uns so sehr, dass zwei von uns dreimal die Bahn nahmen, während Andere das Blaskonzert des örtlichen Musikvereins auf dem Berggasthof Mutzkopf genossen.

Da wir abends zum Pizzaessen gingen, entflammte die Diskussion ums perfekte Ei erst wieder am Sonntagmorgen. 9.15 Uhr waren wir aber schon wieder an der Bergkastel-Bahn, nachdem die FeWo geräumt und die Autos zum Mutzkopf rangiert worden waren. Um Neues zu erkunden verließen wir dieses Mal die angelegten Trails und wagten uns auf Skipisten und Wanderwege. Die ersten 200 Hm glückten und auch problemlos, die weiteren 600 mussten auf Schotter und Asphalt vernichtet werden. Also schnell wieder zur bekannten Mutzkopfbahn mit ihrem alten, langsamen Sessellift. Als Abschluss stand der schwere (S3) Elven-Trail auf dem Programm. Doch wie sich herausstellte war er wesentlich einfacher als der angebliche S2-Trail des ersten Tages (tatsächlich war der Haider-Trail des ersten Tages auch ein S3, zum Glück wussten wir das damals noch nicht...).

Etwas erschöpft und mit schmerzenden Fingern (vielleicht haben sogenannte Trail-Bremsen in manchen Regionen doch ihre Berechtigung?), aber zufrieden und erfüllt, traten wir kurz nach der Mittagszeit die Heimfahrt an.

Vielen Dank an Bernd fürs Organisieren  der Ausfahrt und Finden der (meisten) Trails.

Da wir in getrennten Autos fuhren konnten wir uns bis heute noch nicht auf die einzig richtige Eierkoch-Technik einigen.