MTB, Sommerausfahrt der Erwachsenengruppe

Erwachsenengruppe im Montafon/Engadin 2018
à 251 km und 8942 Hm in 5 Tagen

 

Tag 1  (St. Gallenkirch-  Heidelberger Hütte, 2080 Hm, 57km)

Am 30.07. starten 3 Radler und 1 Radlerin vom RV Gomaringen zur 5-Tages- Tour in die Alpen.

Von St. Gallenkirch im Montafon nehmen wir den Anstieg zum Kops-Stausee in Angriff. Nach rund 1000Hm auf steiler Straße machen wir Mittagspause mit Blick auf den See. Nach einer angenehmen Abfahrt nach Ischgl folgt der anfangs sehr steile und anstrengende Anstieg über weitere 1000Hm zur Heidelberger Hütte auf 2264 m.ü.N., wo wir die erste Nacht verbringen.

 

Tag 2  (Heidelberger Hütte – Sta. Maria im Münstertag, 1718 Hm, 60 km) 

Gleich nach dem Frühstück beginnt der 2. Tag mit einer fast einstündigen Schiebe- und Tragepassage hoch zum Fimberpass auf 2608 m.ü.M.  Von dort oben werden wir mit einer durchgehenden Trailabfahrt über 1200 Hm nach Ramosch im Engadin belohnt. Diese Abfahrt stellt ein besonderes Highlight dar: oben grob verblockte alpine Wege und Schotterhalden, weiter unten verwinkelte Wanderwege mit Wurzeltrails und knifflige Passagen mit Treppen und wackligen Hängebrücken durch kühlende Fichtenwälder.

Nach der Mittagspause in Scuol geht es zuerst ins abgelegene und wildromantische S-charltal. Ab der Ortschaft S-charl wandelt sich der Untergrund: auf Teer folgt Schotterpiste und dann ein Wanderweg hinauf zum Costainas-Pass auf 2225 m.ü.N., den wir komplett fahrend meistern.
Von diesem Pass erleben wir wieder eine nicht enden wollende Trailabfahrt über Wanderwege, Wiesen, Almen, Hangquerungen, Treppen und Stufen, bis nach Sta. Maria (1375 m.ü.N.) im Val Müstair. Diese Abfahrt ist so lang und steil, dass wir gegen Ende sogar freiwillig auf die Straße wechseln, um unsere beanspruchten Finger und Oberschenkel zu schonen.

 

Tag 3 (Sta. Maria – Livigno,   1992 Hm,  52 km)

Der dritte Tag hat es in sich: Start ist der Anstieg über mehr als 1100Hm und 32 Kehren zum legendären Umbrailpass auf 2503 m.ü.N. Deshalb ziehen es zwei von uns vor das Postauto bis zu Passhöhe zu nutzen um wertvolle Energie für den weiteren Tag zu sammeln.
Von der Passhöhe gelangen wir über einen alpinen Weg zur 2760 m hohen Bocchetta die Forcola. Dabei sind etwa 250 Höhenmeter zu überwinden. Auf der Boccetta di Forcola erwartet uns ein einzigartiges Panorama. Auf der einen Seite der Ortler und auf der anderen Seite thronen der Monte Pedenolo und Braulio. Sehr beeindruckend sind auch die allgegenwärtigen Festungsüberbleibsel der italienischen Artillerie aus dem 1. Weltkrieg hier oben.
Der beginnende Singletrail in Richtung alter Militärstraße ist auf einer längeren Strecke durch Steinschlag verschüttet, sodass wir das Rad hier teilweise schieben bzw. tragen müssen.

Auf der alten Militärstraße geht es über die Malga-Alpe hinunter zum Lago di Cancano. Das bedeutet Seprentine um Serpentine Flow pur, bevor sich der Weg einen steilen Berghang hinunterschlängelt, wo Schwindelfreiheit ein absolute Muss ist: ein kleiner Fahrfehler auf dieser kilometerlangen Passage hätte fatale Folgen.
Vorbei an den Seen Lago di Cancano und Lago di San Giacomo (1952 m.ü.N.) geht es über den Passo Alpisella (2300 m.ü.N.) abschließend steil bergab nach Livignio (1810 m.ü.N.), wo wir die Tagesetappe mit einem großen Eisbecher ausklingen lassen.

 

Tag 4 (Livigno - Davos,   1993 Hm,  53 km)

Von Livignio radeln wir in Richtung Caschauna-Pass, der für manche von uns großteils nur schiebend zu bewältigen ist. Dem höchsten Punkt auf 2694 m.ü.N.  folgt ein sehr steiler, ausgewaschener und sandiger Singletrail, der höchste Konzentration von allen fordert. Nach ca. 300 Hm geht diese Strecke in einen flowigen Trail, dann in einen Schotterweg und abschließend wieder in einen Wurzeltrail mit anschließender Forststraße  nach Schanf über.

Nach einer kurzen Mittagspause biegen wir ins Val Susauna ab, dessen erster Teil fahrend zu meistern ist. Die letzten 1,5 h bzw. 600 Hm bis zum Scaletta-Pass (2606 m.ü.N.) haben es allerdings nochmals in sich: ober weite Passeagen müssen wir unsere Räder tragen bzw. schieben, bevor es dann auf einem euphorisierenden alpinen Trail über verblocktes Gelände bis nach Davos (1560 m.ü.N.) hinunter geht.

 

Tag 5 (Davos – St. Gallenkirch,   1221 Hm,  36 km)

Vorbei an Kloster erreichen wir von Davos aus Schlappin (1650 m.ü.N.), wobei auch hier schon steile Rampen mit bis zu 24% Steigung am letzten Tag alles von uns abverlangen.
Der anschließende Wanderweg zum Schlappiner Joch (2202 m.ü.N.) ist allerdings nicht fahrbar, so dass wir fast 2 h unsere Räder schiebend und tragend die restlichen 550 Hm in der Mittagshitze nach oben befördern.

Der anschließende Abstieg nach St. Gallenkirch beginnt anfangs auch mit Tragepassagen, da der Wanderweg so steil und verblockt ist, dass ein Fahren mit dem Rad nicht überall möglich ist. Abschließend geht es fliegend hinab vorbei an der Madrisa auf Forststraßen bis St. Gallenkirch zu unserem Ausgangspunkt.
Zurückblickend haben wir eine unglaublich abwechslungsreiche und anspruchsvolle Mountainbiketour mit anspruchsvollen Trails, schweißtreibenden Auffahrten, flowigen Abfahrten und vereinzelten alpinenTragepassagen erlebt, von deren Eindrücken wir noch lange zehren werden.

 

Kay Sickinger